Neues Bürogebäude in Berlin-Kreuzberg

Montag, 03.03.2025

Ein Beispiel für moderne Bürohaus-Architektur

Das Bürogebäude Ritterstraße 16 in Berlin-Kreuzberg fällt durch seine markante Fassadenstruktur auf, die das Gebäude als Ausdruck der Kreativwirtschaft des Stadtteils in den Vordergrund stellt. Die Architekt*innen setzten dabei auf ein innovatives Sonnenschutzkonzept, das durch außenliegende Fenstermarkisen und deren strahlend weißen Farbton eine zusätzliche gestalterische Ebene einbringt.  

Die Ritterstraße im Herzen von Berlin-Kreuzberg hat sich zu einem Zentrum zeitgenössischer Büroarchitektur entwickelt. Inmitten zahlreicher Bürogebäude sticht das Bürogebäude Ritterstraße 16 mit seiner auffälligen Fassadenstruktur hervor, die sich über alle sechs Geschosse der fast 40 m langen Blockrandbebauung erstreckt. Das markante Fassadenrelief aus weißen Betonfertigteilen macht das Gebäude zu einem bemerkenswerten Element im Stadtbild. 

Nachverdichtung und innovative Gestaltung 

Der Neubau wurde vom Berliner Architekturbüro Richter Musikowski entworfen, das auch in unmittelbarer Nähe ansässig ist. Das Büro konnte sich in einem beschränkten Wettbewerb mit Gutachterverfahren durchsetzen. Eine besondere Herausforderung stellte die Überbauung eines U-Bahn-Tunnels unter dem Grundstück dar. Die Architekt*innen lösten dies mit einem Tragrost aus Stahl, der das Gebäude stützt. Die Form des Bürogebäudes ist ein asymmetrisches T, das sich entlang der straßenseitigen Blockrandbebauung über 39 m erstreckt und sich mit einem 54 m langen Riegel in das Grundstück hineinzieht. Dadurch entstehen zwei Innenhöfe mit jeweils unterschiedlichem Charakter: Einer dient als halböffentlicher Treffpunkt mit Sitztreppen und Bauminseln, der andere als ruhige, begrünte Zone. 

Das Bürogebäude bietet Platz für bis zu 16 flexible Nutzereinheiten. Durch eine offene Rasterstruktur und eine 5 m breite Flurzone sind die Räume variabel nutzbar. Die Erschließung erfolgt über einen zentralen Treppenhauskern und zwei Aufzüge. Eine Tiefgarage bietet Stellplätze für 12 Pkw und 68 Fahrräder. 

Ausdruck der Kreativwirtschaft 

Die industrielle Fassade des Gebäudes greift das Gestaltungsziel der Architekt*innen auf, eine moderne Interpretation der Kreuzberger Gewerbehöfe zu schaffen. Die streng gerasterten Rahmen aus selbsttragenden Betonfertigteilen sind übereinandergestapelt und an der Stahlbetonskelettkonstruktion fixiert. Diagonale Querstreben in den sandgestrahlten Rahmen geben den Wiedererkennungswert. Hinter dieser äußeren Schicht befinden sich schmale Loggien, die als Aufenthaltsflächen für die Nutzenden des Gebäudes dienen. Bodentiefe Panoramafenster ermöglichen helle Arbeitsräume und bieten Einblicke in die Flächen. 

Ästhetischer und funktionaler Sonnenschutz 

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Architektur ist das Sonnenschutzkonzept, das die Architekt*innen durch die Nutzung von außenliegenden Fenstermarkisen umsetzen. Die durchgehenden Loggien bieten bereits eine natürliche Verschattung der raumhohen Fensterflächen. Zusätzlich wurden windstabile Fenstermarkisen von Warema mit einem Behangstoff von Serge Ferrari in Frostweiß gewählt. Diese Markisen verändern die Ansicht der Fassade und erzeugen heruntergefahren ein homogenes Betonrelief in strahlendem Weiß. Der Behangstoff bietet effektiven Hitzeschutz und trägt zu einer angenehmen Raumtemperatur bei. 

Die Kästen der Markisen wurden hinter den Betonfertigteilrahmen integriert und sind von den Loggien aus wartbar. Jeder Behang besitzt einen eigenen Antrieb, dessen Steuerung zentral über ein KNX-Tableau in den Büros erfolgt. 

Das nachhaltige Klimakonzept des Bürogebäudes wird durch die Verwendung der Vorbau-Markisen deutlich unterstützt. Der sommerliche Wärmeeintrag wird durch den hellen Farbton des Behangs deutlich reduziert. Dieses Konzept trug neben den erzielten Werten auch zur Erreichung des DGNB Gold-Zertifikats bei. Die Markisen sind zudem durchblickfähig und bieten eine Kombination aus Hitzeschutz und Bezug zum Außenraum, was die Arbeitsbedingungen im Gebäude weiter verbessert. 

Bautafel  

- Projekt: Bürogebäude Ritterstraße 16  

- Ort: Ritterstraße 16, 10969 Berlin  

- Nutzung: Büro  

- Bauherrschaft: Ritterstraße 16-18 GmbH & Co. KG, Berlin  

- Architektur: Richter Musikowski Architekten Part GmbB, Berlin  

- Fassade: Hemmerlein Ingenieurbau GmbH, Bodenwöhr; MBW – Metallbau Windeck GmbH, Kloster Lehnin  

- Fertigstellung: 2023  

- Zertifizierung: DGNB Gold  

- Produkte: Vorbau-Markisen mit easyZIP-Führung  

- Behang Soltis Veozip von Serge Ferrari, Dessin 3784, Farbe Frostweiß 

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