Internationale Projekte

Mittwoch, 08.07.2026

Bewegte LED-Gebäudehülle für das Londoner West End

Die geplante Neuentwicklung am Leicester Square setzt auf eine kinetische LED-Fassade als Teil des architektonischen Gesamtkonzepts.

Am Londoner Leicester Square könnte in den kommenden Jahren eine der auffälligsten Medienfassaden Europas entstehen. Im Rahmen einer geplanten Quartiersentwicklung ist eine mehrgeschossige LED-Fassade vorgesehen, deren bewegliche Paneele das Erscheinungsbild des Gebäudes nicht nur digital, sondern auch physisch verändern können.

Die Fassade soll sich über vier Geschosse erstrecken und einen zentralen Baustein des neuen LSX-Komplexes bilden. Anders als bei vielen großformatigen Displays wurde die Medienfläche von Beginn an als Bestandteil der Architektur mitgedacht und nicht nachträglich auf die Gebäudehülle aufgesetzt.

Zwischen Bühne und Gebäude

Der Entwurf greift die kulturelle Prägung des Londoner West Ends auf. Eine bühnenartige Konstruktion rahmt die Medienfassade und verweist auf die Theater- und Unterhaltungstradition des Quartiers. Die digitale Ebene wird damit Teil einer räumlichen Inszenierung, die weit über klassische Außenwerbung hinausgeht.

Mit der geplanten Zusammenführung mehrerer Bestandsgebäude entsteht ein gemischt genutztes Ensemble mit Einzelhandel, Gastronomie und Freizeitangeboten. Die Medienfassade übernimmt dabei die Rolle eines weithin sichtbaren Identifikationspunktes im Stadtraum.

Kinetik erweitert den Gestaltungsspielraum

Besonders bemerkenswert ist die Kombination aus LED-Technologie und beweglichen Fassadenelementen. Während sich Medienfassaden üblicherweise über wechselnde Inhalte verändern, erweitert die mechanische Rotation einzelner Paneele die Möglichkeiten der architektonischen Gestaltung um eine zusätzliche Dimension.

Solche Systeme eröffnen neue Ansätze für die Interaktion zwischen Gebäude und öffentlichem Raum. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Konstruktion, Steuerungstechnik und die langfristige Wartung der Fassadenkomponenten.

Digitale Fassaden als Teil der Stadtentwicklung

Das Projekt verdeutlicht einen Trend, der sich in zahlreichen Metropolen beobachten lässt: Medienfassaden entwickeln sich zunehmend von reinen Werbeträgern zu gestaltprägenden Elementen komplexer Stadtentwicklungsprojekte. Dabei stehen nicht nur technische Möglichkeiten im Mittelpunkt, sondern auch Fragen der Einbindung in das städtische Umfeld.

Für das Londoner Vorhaben sind daher Vorgaben zu Helligkeit, Betriebszeiten und Inhalten vorgesehen. Die Diskussion zeigt, dass digitale Gebäudehüllen heute nicht allein unter technischen Gesichtspunkten betrachtet werden, sondern ebenso unter städtebaulichen und gestalterischen Aspekten.

Ob das Projekt realisiert wird, ist noch offen. Bereits jetzt liefert der Entwurf jedoch einen interessanten Ausblick darauf, wie sich Medienfassaden künftig als dynamische Bestandteile moderner Architektur verstehen lassen.

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