Innovationen für Planung, Bau und Betrieb
Donnerstag, 27.08.2026
Aufstockung interpretiert das traditionelle Fachwerkhaus neu

Mit der Aufstockung eines Bestandsgebäudes in Bad Dürrnberg bei Salzburg entstand ein Mehrgenerationenhaus, das traditionelle Bauweisen mit zeitgemäßer Holz- und Lehmbaukonstruktion verbindet. Das Projekt zeigt, wie regionale Materialien, ressourcenschonende Konstruktionen und handwerkliche Eigenleistung zu einem nachhaltigen Gebäudekonzept zusammengeführt werden können.
Holz, Lehm und Stroh als konstruktives System
Die rund eineinhalbgeschossige Aufstockung wurde als Holzständerbau auf den statisch ertüchtigten Bestand aufgesetzt. Die Gefache sind mit Strohballen sowie Lehm- und Kalkmischungen ausgefüllt und bilden einen diffusionsoffenen Wandaufbau. Innen sorgt Lehmputz für Feuchteregulierung und Speichermasse, während außen ein Kalkputz den Witterungsschutz übernimmt. Grundlage des Entwurfs ist ein klarer Fassadenraster, der sich sowohl aus den Abmessungen der Strohballen als auch aus wiederverwendeten Bestandsfenstern ableitet.
Experimenteller Ansatz mit regionalen Baustoffen
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die intensive Auseinandersetzung mit den eingesetzten Materialien. Durch praktische Versuche, Workshops und prototypische Anwendungen entwickelten die Planer:innen den Wandaufbau und zahlreiche konstruktive Details schrittweise weiter. Ziel war es, traditionelle Fachwerkprinzipien mit heutigen Anforderungen an Energieeffizienz, Bauphysik und Wohnkomfort zu verbinden.
Nachhaltigkeit durch Materialkreisläufe und Eigenleistung
Neben der Verwendung regional verfügbarer Baustoffe spielte die Wiederverwendung bestehender Bauteile sowie ein hoher Anteil an Eigenleistung eine zentrale Rolle. Das Projekt verdeutlicht das Potenzial materialgerechter Konstruktionen im Bestand und zeigt, wie sich nachhaltige Bauweisen, handwerkliche Qualität und zeitgemäße Architektur miteinander verbinden lassen.
Mehr Informationen unter: nl287_hba.pdf
