Klimaanpassung auf natürliche Weise
Donnerstag, 27.08.2026
Fassadenbegrünung verbessert sommerlichen Wärmeschutz

Begrünte Fassaden können einen wirksamen Beitrag zur Reduzierung der sommerlichen Wärmebelastung leisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Osaka Metropolitan University, die den Einfluss unterschiedlicher Fassaden- und Dachlösungen auf das Innenraumklima sowie das Mikroklima im Gebäudeumfeld untersucht hat.
Spürbare Kühlung im Gebäude
Besonders wirksam erwies sich eine begrünte Südfassade. In den Simulationen sank die Innenraumtemperatur im Mittel um bis zu 1,7 °C, an besonders heißen Tagen wurden Temperaturreduzierungen von bis zu 2,3 °C erreicht. Ursache sind die Verschattung der Gebäudehülle sowie die Verdunstungskühlung der Pflanzen, wodurch sich die Fassadenoberfläche deutlich weniger aufheizt.
Positiver Effekt auf das Mikroklima
Auch im Außenbereich zeigte die Fassadenbegrünung Wirkung. Direkt an der Gebäudehülle verringerte sich die thermische Belastung um bis zu 1,2 °C. Der kühlende Effekt bleibt jedoch auf den unmittelbaren Fassadenbereich begrenzt und wirkt sich nicht auf ganze Straßenzüge oder Quartiere aus.
Fassaden und Dächer gezielt kombinieren
Die Studie verdeutlicht zudem, dass unterschiedliche Begrünungs- und Fassadenkonzepte verschiedene Aufgaben erfüllen. Während Fassadenbegrünungen vor allem den Wärmeeintrag über die Gebäudehülle reduzieren und das Mikroklima unmittelbar am Gebäude verbessern, tragen Gründächer insbesondere zur Stabilisierung der Innenraumtemperaturen bei. Auch die Wahl der Fassadenoberfläche spielt eine Rolle: Helle Fassaden reduzieren zwar den Wärmeeintrag ins Gebäude, können durch verstärkte Reflexion jedoch die thermische Belastung im Straßenraum erhöhen. Für klimaresiliente Gebäude und Quartiere empfiehlt sich daher eine standort- und orientierungsabhängige Kombination verschiedener Maßnahmen.
